Lexikon der Fachbegriffe

ei der Beschäftigung mit Antiquitäten, im besonderen Fall bei antiken Möbeln, stößt man immer wieder auf spezielle Ausdrücke, bei denen man oft  nicht genau weiß, wofür sie stehen.
Ich habe Ihnen hier einige der gebräuchlichsten Ausdrücke gesammelt und Erklärungen beigefügt.
Sollten Sie eine Erklärung vermissen, senden Sie mir den Begriff per eMail und ich füge ihn in die Liste ein

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Adam-Stil

nach Robert Adams (1728-l792); Architekt.
Von einem vierjährigen Italienaufenthalt zurück, gestaltet er 1761 den Landsitz Osterleg Park nach neuestem Geschmack um. Er studierte in Italien intensiv die Reste der Antike und übernahm vor allem Medaillons, Vasen und Ornamente in seine Arbeiten.

 

Akanthusblätter

distelartiges, oft eingerolltes Blattornament

Altersbestimmung

Man sieht auf technische und stilistische Merkmale: beide sollen zusammenpassen

 

antik

(lat.) alt

Antiquitäten,
Antike Möbel

Abgesehen von den Ausprägungen der verschiedenen Stile sind antike Möbel interessant, weil sie nie isolierte Einzelstücke waren, sondern Teil eines größeren Ganzen. Man kann Antiquitäten durch die Betrachtung der handwerklichen Details unterscheiden, wobei die einzelnen Stilperioden sich nicht eindeutig bei Beginn und Ende auf bestimmte Jahre festlegen lassen. Man übernahm Details der vorigen Epoche, man entwickelte Neues - oft als Gegensatz zum Vorherigen -  und es kam zu einer Hochblüte eines Stiles. So sind Zeitangaben eine Art Rahmen. Am Land wurde etwas, was sich bewährt hatte noch lange weitergeführt, in der Stadt jedoch suchte man schon wieder nach Neuem (was sehr gut an Bauernmöbel zu beobachten ist).
Im 19. Jahrhundert war es legitim, Teile von vorherigen Perioden neu zu verwenden.

 

Antiquitätentischlerei

VALTA! Seit 1950

Applikationen

aufgeleimte Zierstücke

 

Applike

siehe: Applikationen

Arabesken

Rankenornament

 

arbeiten

Holz reagiert auf den Wechsel von trockenem zu feuchtem Klima

Arkaden

Säulen und Bögen an Möbelfronten

 

Armlehne

Stütze bei Sitzmöbel

Art déco

Stilrichtung zwischen den beiden Weltkriegen; 

Art nouveau

(franz.) für Jugendstil  

Arte Joven

(span.) für Jugendstil

Atlant

Männliche Gestalt als Gebälkträger
(Gegenstück = Karyatide)

A-troi-corps

[a troa kor] Tabernakelschrank

Aufsatzkommode

Kommode mit zweitürigem, verglasten Aufsatz

Ausziehtisch Tisch, der durch zusätzliche Einlegeplatten vergrößerbar ist  

Balustersäulen

stark gebauchte Säule, Docke

 

Bandintarsie

linienförmige Einlegearbeit

Barocco

(portug.) schief, rund; eigentlich als Schmähung gemeint

Barock

Kunstepoche von ca. 1600-1750

Base, Basis

Säulenfuß, unterstes Teil einer Säule

 

Bastionsfüllungen

Füllungen bei Barockmöbel, die Draufsichten von Festungen nachempfinden

Bauernmalerei

...meist eine farbenprächtige Bemalung mit Jahreszahlen, Sinnsprüchen, Namen oder religiösen Sinnbildern;

Bauernmöbel

traditionelles, eigenständiges Mobiliar der Bauern, unter Verwendung regionaler Holzarten

Bauhaus

Gründung 1919 von Walter Gropius in Weimar.
Grundsätze: Die konkrete Verbesserung der Lebensqualität aller Menschen, mittels Technik und Rationalisierung;

Bekrönungen,

Abschluss oben an Kastenmöbel, zB.: vasenförmig

Bergahorn

siehe: Holzarten

 

Bergere

allseitig gepolsterter Fauteuil (ab ca.1730)

Beschläge

Metallteile, ursprünglich Konstruktionsteile, dann als Zierteile (= Appliken)

 

Betschemel

Prie-Dieu

Biedermeier

Möbelstil, ca. von 1815 – 1848, der aus dem Empire heraus von Handwerkern entwickelt wurde, die eine Zeichenschule besuchen mussten, um zur Meisterprüfung zugelassen zu werden. Die Regierung war interessiert an handwerklicher und technischer Weiterentwicklung.

Ein Besuch im Hofmobiliendepot in Wien, Andreasgasse, sei wärmstens empfohlen.

Bimsstein

Wird beim Politieren zum Füllen der Poren verwendet

Birnbaum

dichtes, hartes Holz; rotbraun. Gut zu schwärzen.

 

Blindholz

Im Gegensatz zu Voll- oder Massivholz wird auf einem einfachen Trägerholz Furnier aufgeleimt.

Bodenseeschrank

charakteristischer Kastentyp, meist Kugelfüße, zweigeteilter Korpus, prismierte Kanten, vorgetäuschter Sockel, leicht gebaucht, massiv aus Kirsche oder Nuss.

 

Böhmische Möbel

besonders im 18. Jh.; typische österr. Einflüsse; leichte Bauchungen; etwas kantig; Nussbaum und Wurzelholzfurniere; verzinnte Eisenbeschläge

Bonheur du Jour

Damenschreibtisch mit Aufsatz

 

Boulle, André-Charles

(1642 - 1732); Berühmter Ebenist, (wahrscheinlich Schweizer) der um 1700 fast ausschließlich in Boulle Technik arbeitete (die aber schon im 16.Jahrhundert von italienischen Kunsthandwerkern erfunden wurde). Wurde mit 30 Jahren „Ébénist du Roi“.

Boulle-Möbel

Einlegearbeiten mit Metall, Schildpatt, Elfenbein und Holz.

 

Brandmalerei

Einbrennen von Mustern in Holz mit sehr heißen Eisen.

Brauttruhe

Hochzeitstruhe zur Aufbewahrung der Aussteuer

 

Bronzeschuhe

vor allem im Rokoko beliebter Abschluss an Füßen von Kleinmöbel (siehe: Sabot)

Brotkasten

in vielen Gegenden Europas ein beliebter niedriger Kasten zur Aufbewahrung des Brotes.

 

Bücherschrank

zum Schutz der Bücher mit tw. geätzten Glasfüllungen

Buffet

Anrichte, Kredenz

Bugholzmöbel

von Michael Thonet um 1830 entwickelt.
Holzteile werden unter Wasserdampf gebogen.

Bureau mazarin

Schreibtisch, der erstmals nach innen Platz lässt für die Knie des Benutzers;
nach Mazarin, Nachfolger Kardinal Richelieus

 

Bureau plat

Schreibtisch mit ebener Schreibfläche und einer Reihe von Laden darunter; ab ca. 1760; (dt.: Diplomatenschreibtisch)

Butzenscheiben

kleine, runde, bleigefasste Glasscheiben, meist grün, mit erhöhter Mitte = Butze

 

Cabriole-Leg

Bocksfuß; häufig zu Ende des 17. Jhs. verwendet

Canapé

(Kanapee); sofaähnliches Sitzmöbel mit hoher Rückenlehne und Seitenlehnen

 

Cassapanca

Truhenbank

Chaiselongue

durch Vergrößerung der Sitzfläche des Stuhles entstandenes Ruhebett

 

Chiffonnière

Pfeilerkommode; schmal und hoch, mit bis zu sieben Laden

Chippendale

engl. Möbelstil; benannt nach Thomas C. (1718 - 1779); “Gentleman and Cabinetmaker`s Director”: eine Sammlung von gezeichneten Möbelentwürfen.
Chippendale-Sessel: „Cabriole legs“ auf „Clow-and-balls“.

 

Claw-and-ball-foot

Fußform

Cressent, Charles

(1685-1768); Ebenist und Bildhauer. Die geschweifte Form der Unterkante von Kommoden (Armbrustform) geht auf ihn zurück

 

Cupboard

Geschirrschrank

Danhauser, Josef

Wien hatte um l816 ca. 900 Kunsttischler. Einer der wenigen bekannten, aber auch der Größte mit bis zu 100 Mitarbeitern, war J. Danhauser, der über 2500 Möbelentwürfe hinterlassen hat, die im Museum für angewandte Kunst (MAK) verwahrt sind. Er schuf feine und innovative, unaufdringliche Stücke.

 

Danziger Schrank

Norddeutscher Barockschrank

Delphine

typisch für das Biedermeier

Diamantierung

aufgeleimtes Zierstück in der Form geschliffener Diamanten

Diwan gepolstertes Sitz- und Liegemöbel  
     

Docke

gedrehte Säule an Geländern; (auch: Baluster)

 

Dumb Waiter

Stummer Diener; zwei- oder dreistöckiges Tischchen

Ebenholz

Sammelbegriff für dunkle und harte Exotenhölzer

 

Ebenist

Ebenholztischler, Kunsttischler;
Obwohl Ebenholz nur zwischen 1680 und 1700 wirklich wichtig war, wurden die großen Kunsttischler danach „ebeniste“ genannt zum Unterschied von den einfachen Tischlern, den „menuisiers“

Eierstab

Schmuckleiste der Antike (Perlstab)

 

Einlegearbeiten

Intarsien

Eklektizismus (griechisch/neulateinisch), unschöpferisches Nachahmen; siehe Historismus
     

Empire

[o:pier] Architekturstil um 1805; Hauptmotive: Säulen, Urnen, Kronen (mit N = Napoleon), Girlanden, Lorbeer, Palmetten, Lyren, Löwen, Schwäne und Sphingen.

Encoignure [onkonür]; niedriger Eckschrank; seit dem 18Jh.  

England

Von schweren Krisen und Kriegen eher verschont, sowie durch den blühenden Handel mit den Kolonien in Übersee, war eine breite Bevölkerungsschicht zu Wohlstand gekommen. Das Leben spielt sich vorwiegend auf dem Land ab. Nicht Prunkvolles zur-Schau-stellen, sondern gediegene Verarbeitung und edle Materialien zählen.
"Occasionals": Möbel für alle möglichen Gelegenheiten.
Ab 1750 gibt es Möbel im „gotischen Stil“.

Englische Züge

spezielle Innenladenform

 
Erzherzog Johann (20.1.1782 - 11.3.1859) In Florenz als 13. Kind des Großherzogs Leopold von Toskana (später als dt. Kaiser Leopold II.) und Maria Ludovica geboren. Neffe von Kaiserin Maria Theresia. Konzentriert sich später, nach mancherlei politischen Enttäuschungen, auf die Steiermark. Wird Bürgermeister von Stainz und führte laufend Neuerungen jeglicher Art ein.
     

Etagère

Gestell mit offenen Fächern

Facette

Glas oder Spiegel mit 2-3 cm breiten, schräg geschliffenen Kanten

 

Faltstern

Schwarzweiße, sternförmige Intarsie

Faltstuhl auch: Scherenstuhl; Dieser Typ ist schon vom alten Ägypten her bekannt und war auch im alten Rom verbreitet. Der Stuhl tritt in der Zeit der Gotik und Renaissance wieder auf. Es gibt ihn immer mit oder ohne Rückenlehne (welche z.T. abgenommen werden konnte). Das nächste Mal kommt der Falt- oder Scherenstuhl im Historismus des 19.Jh. wieder in Mode.  

Faltwerk

Ornament der Spätgotik; senkrecht gereihte Falten

 

Fase, gefast

abgeschrägte Kante, z.b. bei Gesimsen

Fassung

Vergoldung und Bemalung an Möbel

 
Fauteuil  (franz.); gepolstertes Sitzmöbel mit Armlehnen

Feston

Laub-, Blumen-, oder Fruchtgirlande

 

Fiale

schlankes, spitzes Türmchen der Gotik

Fichtenholz

für Bauernmöbel oder als Blindholz verwendet.

 

Filet

schräggestellte helle und dunkle Furnierstreifen

Fischgrätenmuster

gegenteilig schräg gestellte Furnierung

 

Flachschnitt

Reliefschnitzerei mit dem Geißfuß (Schnitzeisen)

Flammleiste

Rahmenzierleiste, profiliert und gewellt; 17. und 18. Jh

 
Flämisch-barock 1579 war durch die Utrechter Union die politische Trennung der nördlichen protestantisch-holländischen Niederlande von der flämischen spanisch-katholischen endgültig geworden.
Das drückte sich im Wohnstil der beiden Gebiete auch aus.
Die flämischen Niederlande wendeten sich im 17. Jhd. zuerst dem Barock zu, richteten sich dann nach den französischen und spanischen Nachbarn.
Die holländischen NL entwickelten einen eigenen nationalen Stil.
(Möbelstilkunde - Renate Tolz - Heyne Bücher)
 
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Frankfurter Schrank

Wellenschrank; zerlegbarer Barockkasten: wuchtiger Sockel und Kopfteil aus einem Stück, Rückwand ab dem 18.Jh im Rahmenbau möglich.
Die Herstellung war viel zu zeitaufwendig um in Serie zu gehen, ein Mann arbeitete fast ein ganzes Jahr daran. Dieser Prunkkasten stand meist in den weitläufigen Treppenhäusern mit Steinfußboden, seine Größe zeigte den im Hause vorhandenen Leinenvorrat, seine Pracht die finanziellen Mittel, hier im Stiegenhaus fiel er jedem Besucher gleich auf...

French Polish

als Schellackersatz werden andere Harze und Methylalkohol vermischt, mit dem Pinsel aufgetragen; ergibt aber einen unangenehmen harten Glanz.

 

Fries

waagrechter oder senkrechter Rahmenteil

Frisiertisch auch: Toilettetisch oder Poudreuse; Ab dem Ende des 17. Jh. gab es Toilettentische. Sie boten Platz für ein Spiegelkästchen und diverse Schminkutensilien.
Ca. um 1750 wurde ein neuer Typus entwickelt, ähnlich wie ein Schreibtisch mit Laden, bei dem die geteilte Platte nach links und rechts hin zu öffnen war, aus der Mitte heraus war ein Spiegel hochzuklappen (Poudreuse). Man puderte sich das Gesicht und die Perücke. Auch Kratzbehelfe z. B. gab es, da es mit der Hygiene wie wir sie gewohnt sind noch lange nicht so weit war.

Um ca. 1800, in der Empirezeit, heißt das Stück dann Frisiertisch.

Gegen 1850 wird der Spiegel (auch dreiteilig) fest mit der Tischplatte verbunden.
So ähnlich bleibt es bis etwa zur Mitte des 20. Jh. üblich, und wird großteils durch das Badezimmer(!) abgelöst.

Furnier

es gibt geschälte, gemesserte, sowie gesägte Furniere

 

Gallé, Emile

(1846-1904); franz. Jugendstilkünstler (Einlegearbeiten). Gründer der "Schule von Nancy". Nicht nur Entwerfer von Glasprodukten, leitete auch Werkstätten in denen exklusive Möbel hergestellt wurden. Typisch für den gelernten Botaniker sind: Schmuckelemente aus der Tier- und Pflanzenwelt wie: Blattform, Schmetterling, Libelle u.s.w.

Gateleg-Table

Klapptisch mit ausdrehbaren Beinen (England)

 

Gehrung

Winkel mit 45°

Geißfuß

Schnitzeisen

 

Geißfüße

Möbelfuß des Rokoko, meist in einem Huf endend

Gesims

meist profilierter oder gefaster Kopfabschluß bei Möbeln

 

Giebel

Dachabschluss bei Kästen

Girlanden

Feston

 

Globustischchen

Biedermeier-Nähtisch.

Gotik

Stilepoche:1200-1500.

 

Grotesken

fratzenartige Schnitzerei

Gründerjahre, Gründerzeit

Am 10.5.1871 wird der Friedensvertrag zw. Deutschland und Frankreich im Salon des Hotels „Zum Schwan“ in Frankfurt/Main unterzeichnet. Dies ist der Beginn der sogenannten „Gründerjahre“.
Ende des französischen Kaiserreiches, Beginn der Republik.

Guéridon

hohes, rundes Tischchen in Form eines tabletttragenden Schwarzen

Gurtgesims

waagrechte profilierte Leisten zur Geschossgliederung

 
Gustavianischer Stil Die schwedische Form des Louis- Seize wird als Gustavianischer Stil bezeichnet.
Der klassizistische Stil in der Architektur, im Design und dem Kunsthandwerk, im Schweden des Königs Gustav III,  (1771- 1791) hat als direktes Vorbild einerseits die Antike, andererseits das Leben am Hofe König Ludwigs XVI. 
Als wichtige Möbelbauer treten G. A. Ditzinger, Georg Haupt, Gottlieb Iwersson und Erik Öhmark hervor.
     

Halbsäule
Dreiviertelsäule

Säule, die nur halb oder dreiviertel aus dem Möbel hervortritt

Hamburger Schapp

großer, zweitüriger Dielenschrank; dunkles Nussbaumholz, bekannt seit cirka 1680.
Abschlussgesims, gerade und verkröpft, ein Schubladenteil, üppige mittige Schnitzerei; Zwickel der Türfüllungen sind ebenfalls geschnitzt, frühere Füllung rechteckig, später spitzoval.
Lübecker Schrank: ähnlich, aber mit geschweiftem Giebel.

 

Hepplewhite

George; in erster Linie Handwerker, entwickelt R. Adams Ideen weiter und veröffentlicht 1784 seine Entwürfe im „Cabinet Maker´s and Upholsterer`s Guide“.

Herme

tragende Halbfigur mit Pfeilersockel

 

Hirnholz

rechtwinkelig zur Faser geschnittenes Holz

Historismus

Epoche von ca. 1830-1900
Der Historismus ist in unserer Werkstatt die am meisten vertretene "Stilrichtung". In der Zeit nach dem Biedermeier um 1830 bis zum Ende des 19. Jahrhunderts gingen die Stilneuauflagen auf unübersehbarer Weise ineinander über. Eine chronologische Entwicklung ist daher nicht leicht darzustellen.
Der Begriff "Historismus" wird erstmals 1925 verwendet.
Die eng an die Architektur gebundenen Möbelentwürfe orientieren sich an den Stilstufen vergangener Jahrhunderte. Da alle Stile in allen Ländern verarbeitet wurden sprach man auch von Eklektizismus.
Es war eine Frage des Geschmackes bzw. der politischen Situation was jeweils genommen wurde: 
Neorokoko, Neogotik, Neorenaissance, auch Nichteuropäische Formen. 
Ein Beispiel für die auch schon mit maschinellen Methoden hergestellte Möbelproduktion bietet die holländische Fabrik der Brüder Horrix, 1853 in Den Haag gegründet, mit bis zu 250 Arbeitern. Sie hinterließen das reichhaltige Fotoarchiv ihrer gesamten Produktion sowie ein Rechnungsbuch mit genauen Herstellungskosten für jedes Möbelstück. 
Ein extravaganter Typus stellte eine rustikale Serie dar, bei der das Flechtwerk knorriger Äste nachgeahmt wird. Erfunden hatte 1765 diese Art der englische Möbelbauer Robert Manwarring.
Neorokoko etc. spiegelt das Luxusbedürfnis des aufsteigenden Bürgertums wider, das seinen Reichtum zur Schau stellen will.

Hochzeitstruhe

Brauttruhe

Hohlkehle

rillenartige starke Vertiefung, z.b. bei Gesimsen

 

Holzarten

Am einfachsten zu bekommen ist immer das, was vor der Haustüre wächst. In Nordwesteuropa die Eiche, Nussbaum in Italien und Österreich.
1720 stoppt Frankreich aus politischen Gründen den Export von Holz. Da setzt sich in Großbritannien das aus den Kolonien billig zu importierende Mahagoniholz schnell durch.
Das Empire schätzt neben Mahagoni auch helle einheimische Hölzer, wie: Birke, Pappel, Eibe und schon Kirschholz, sowie weitere Obsthölzer.
Im 18. Jh. kommt Palisander dazu. Rosenholz (eine P.-art) wird gern für Einlegearbeiten genommen, in der 2. Hälfte des 19. Jh. auch für ganze Möbelfurnierungen.
Obwohl Ebenholz nur zwischen 1680 und 1700 wirklich wichtig war, wurden die großen Kunsttischler danach „ebeniste“ genannt zum Unterschied von den einfachen Tischlern, den „menuisiers

Holzleim

früher: Perlleim, Hautleim, Hasenleim, Fischleim;
heute: PVH-PVA (Weißleim)

 

Holznagel

zum Befestigen von Rückwänden, Ladenböden und sichern von Zargenteilen

Holzwurm

Larven des Käfers der Gattung Anobien

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Horrix Ein Beispiel für die auch schon mit maschinellen Methoden hergestellte Möbelproduktion bietet die holländische Fabrik der Brüder Horrix, 1853 in Den Haag gegründet, mit bis zu 250 Arbeitern. Sie hinterließen das reichhaltige Fotoarchiv ihrer gesamten Produktion sowie ein Rechnungsbuch mit genauen Herstellungskosten für jedes Möbelstück. 
Ein extravaganter Typus stellte eine rustikale Serie dar, bei der das Flechtwerk knorriger Äste nachgeahmt wird. Erfunden hatte 1765 diese Art der englische Möbelbauer Robert Manwarring.

Intarsien

Einlegearbeit in Massivholz, zum Unterschied von Marketerien

Joncgeflecht

Rohrgeflecht

Joseph II

(1741-1790); Kaiser von Österreich

Jugendstil

ca. 1895-1910; franz: „Art nouveau“.
Die Bezeichnung leitet sich ab von der in München ab 1895 erschienenen Zeitschrift: „Die Jugend“

Junggesellenkommode

Junigl, Georg

Möbelfabrikant in Wien; 1822 Patent für Sprungfeder

Kabinettschrank

Prunkmöbel, entstanden im 16.Jh.

Kanneliert

längsgerillt

 

Kapitell

oberstes Teil einer Säule

Karnies

s-förmig profilierte Leiste

 

Kartusche

schildförmige Mittelfläche

Karyatiden

weibliche Stützfigur
(männl. Gegenstück = Atlant)

 

Kehlung

rillenartige Vertiefung

Kerbschnitt,
Kerbschnitzerei

Schnitzart

 

Klappsekretär

Schreibmöbel

Klassizismus

Der klassischen Antike nachempfundene Epoche um 1800.

Klauenkugelmotiv

Claw-and-Ball

Kleeblatt Ornament; typisch für Genua, 18. Jahrhundert.  

Koffertruhe

Truhe mit gewölbtem Deckel

Kommode

(franz.) bequem; kastenförmiges, halbhohes Möbelstück mit Schubfächern (Laden).
Ein Pariser Tischler machte mit diesem Ausdruck Werbung.



Konische Füße

quadratisch, nach unten verjüngt

konkav

nach innen gewölbt

 

Konsoltisch

Wandtisch, oft halbrund

Konvex

nach außen gewölbt

 

Kredenz

Anrichte

Krepierter Lack

bezeichnet den nicht mehr restaurierbaren Zustand einer zerstörten Politurschicht

 

Kreuzfuge

geviertelte Furnierfläche

Kröpfung

mehrfache Winkel mit mehr oder weniger als 45°; im Gegensatz zur Gehrung

 

Kubismus

würfelförmige Objekte, entwickelt um 1910

Kugelfüße

meist profiliert gedrechselte Möbelfüße

 

Kunsttischlerei

siehe: VALTA, sowie Ebenist

Lambrequin

bei Möbel: geschnitzte Behangborte

 

Laufender Hund

Mäander

Linzer Reiterkasten

typisches bemaltes Bauernmöbel mit in die Füllungen gemalten populären Personen zu Pferde; hat eine bewegte Sockelleiste, regelmäßiges Ornament und Blumendekor; ca. um 1800.

 

Lippenrand

kleine Profilleiste an Schubladenrändern

Lisenen

seitliche senkrechte Gliederung

 

Louis XIV

Louis-quatorze (=Barock)

Louis XV

Louis-quinze (=Rokoko)

Louis XVI

Louis-seize (=josef./klassizist.).
Gerade Linien setzen sich durch; Zopfstil

Louis-Philippe

ab ca. 1830 als Möbelstil: geschwungene und geschweifte Formen;
in Österreich als zweites Barock bezeichnet.

 
     
Lyra typisches Biedermeier-Detail an Sessellehnen, Tischgestellen etc.

Mäander

Verzierungsband, rechtwinkelig gebrochen

Maggiolini, Giuseppe

(1738-1814) Berühmtester italienischer Intarsienkünstler des Klassizismus. Seine Möbel sind geprägt von der Reinheit der Linien und der Sorgfalt der Proportionen.
Im Wiener Hofmobiliendepot steht ein von ihm gefertigter Schreibtisch für Kaiserin Maria Theresia.

 

Marburger Finkentruhe

Um 1800 entstand eine regional klar bestimmbare Truhenart; ausgesägter Sockel, der seitlich je eine kleine Lade hat; reich intarsiert; vor allem Vogelmotive

Maria Theresia

(1717-1780); Kaiserin v. österreich; regiert von 1740-1780; ihr Vater war Karl VI.
1730 = pragmatische Sanktion, d.h. weibliche Thronfolge wurde möglich.

 

Marketerien

zusammengesetzte Furnierteile auf Blindholz geleimt

Maserung

Zeichnung des Holzes

 

Maßwerk

gotisches Ornament aus Kreis und Bogen.

Mattern, Carl M.

(1705-1774); Würzburger Prunkmöbel-Tischler, prägte die Schreibschrank-Entwicklung.

 

Medaillon

ovaler Rahmen

Menuisier

(franz.) einfacher Tischler

 

Meridienne

ähnl. wie Recamiere, Liegemöbel

Moderne, die

20er bis 50er Jahre

 

Muschel

verbreitetes Ziermotiv, vor allem im Rokoko (Rocaille)

Nähtischerl

beliebtes Möbelstück des Biedermeier

 

Nasenschrank

siehe: Wellenschrank

Nazarener künstlerische Richtung Anfang des 19. Jahrhunderts, die sich die Erneuerung der Kunst auf religiöser Grundlage zum Ziel setzte; Vertreter: L. Kupelwieser, J. E. Tunner,
     

Nut, Nute

längliche rechteckige Vertiefung

 
Nut und Feder Holzverbindung

Oeben, Jean-Francois

(1720-1763); Deutscher, der nach Frankreich auswandert und in der Werkstatt des Enkels von Andrée Charles Boulle (= Charles Joseph Boulle) arbeitete; wurde nach dessen Tod „Ébéniste Du Roi“.
Entwickelte raffinierte Möbel.

Ohrenbackensessel

spezielle Fauteuilform mit seitlichen Kopfstützen

 

Ormoulu

Zierbeschläge

Ottomane die, gepolstertes Liegemöbel mit ansteigendem Kopfteil  

Packerlfüße

zweiteiliger, quadratischer Stollenfuß; unterer Teil etwas größer.

 

Palmette

stilisierte Palmblätter

Paneele

Füllungen

 

Paravent

Raumteiler

Patina

(lat.); das Wichtigste am alten Stück, Stichwort „plastische Patina

 

Pembroke-Table

englischer Tisch mit seitlich abklappbaren Platten; 64 cm hoch

Perlstab

Zierleiste aus aneinanderliegenden Ovalen (Eierstab)

 

Pfeiler

Eckige Stützen

Pfeilerkommode

Chiffonniere (schweiz.); schmal und hoch, mit bis zu sieben Laden

 

Pilaster

flacher Wandpfeiler

Plastische Patina

Bezeichnung für den Zustand einer nicht ganz ebenen, aber alten Oberfläche an Möbeln. Sollte, wenn es irgendwie möglich ist, auf jeden Fall erhalten bleiben. Spiegelglatte Flächen sollten nicht unbedingt angestrebt werden.

 

Politur

Von der Tätigkeit des Restaurators nicht wegzudenken ist das Auftragen der Politur auf die fein geschliffene Oberfläche des Möbels. Die Politur bringt die Schönheit der mit Sorgfalt zusammengestellten Furniermaserung hervor.
Die Politur fühlt sich weich an und ist auch ein Schutz für das Holz. Vor der Entdeckung des Schellackharzes bevorzugte man als Oberflächenbehandlung Wachse und Leinöl.

Polygon

vieleckig

 
Portoise & Fix berühmte Wiener Möbelwerkstätte um 1900
Postament Sockel, Unterbau  

Poudreuse

auch: Toilettetisch; Tischchen mit ausklappbaren Teilen; Spiegel; siehe: Frisiertisch

Pressholz

Schon in der Biedermeierzeit entwickelte man eine Technik, mit der man für Zierteile Holzmehl und Leim vermischt und in Formen presst.

 

Prie-Dieu

Betschrank / Betschemel

Prismierte Ecken

abgeschrägte Kante

 

Profil, profiliert...

mit Profilhobel oder Drechselbank hergestellte Querschnitte an Gesimsen oder Kugelfüßen

Psyche

drehbarer Standspiegel

 

Recamier

Im Salon der schönen und geistvollen Dame Julie Recamier (1777-1849) trafen sich die Gegner von Napoleon I so lange, bis sie aus Paris verbannt wurden. Das Original des nach ihr gefertigten Liegesessels wurde um 1800 gefertigt.

Relief

erhabene Schnitzerei aus ebenem Grund gearbeitet

 

Renaissance

15. Jh. In vieler Hinsicht Vorbild der Gründerzeit

Restaurieren

Die drei Hauptprobleme mit denen man sich als Antiquitätentischler/Möbelrestaurator auseinander setzen muss, sind einerseits Risse oder viele andere Schadensarten, die durch das „Trocknen“, „Schwinden“ oder „Arbeiten“ des Holzes entstehen.
Andererseits, die bei –zig Jahre alten Stücken logische Tatsache der, wenn man so will, „Materialermüdung“ vor allem des seinerzeit verwendeten Leimes, wodurch lose Verbindungen entstehen. Brandschäden durch umgefallene Kerzen sowie Schäden durch äußere Einwirkung sind dann die Draufgabe.
Als Drittes gelten noch die Schäden zu erwähnen, die durch die Benützung selbst entstehen. Dazu zählen ausgefahrene Laufflächen an den Ladenunterseiten bzw. den Führungen der Laden im Inneren des Korpus, ausgerissene Scharniere an Türen und auch andere Holzteile, die dem Gebrauch nicht mehr standhielten.

 

Rocaille

asymmetrische, muschelförmige Schnitzereien

Roentgen

1) Abraham, (1711-1793); 
2) David, Sohn (1743-1807);
Kunsttischler, Ebenisten;
Die Kunsttischlerei der Familie Roentgen, zunächst in Herrnhag bei Frankfurt und ab 1750 in Neuwied ansässig, avancierte in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu einer Luxusmanufaktur, die den gesamten europäischen Adel mit Möbeln belieferte. Die ersten Möbel von Abraham Roentgen gehören noch dem Rokoko an, die späten Entwürfe seines Sohnes  längst dem Klassizismus

Rohrgeflecht

(auch: Joncgeflecht genannt); typisch für Gründerzeit-Sessel

Rokoko

(ca. 1720-1775) Die verfeinerte Weiterentwicklung des Barocks führte zum Rokoko.

Rollbureau

siehe: Zylinderschreibtisch

Romanik

ca. um 1000 n.Chr

 

Rosetten

runde, stilisierte Blüten

Rößler, Johann M.

(1791-1849); Bedeutender Untermünkheimer Schreinermeister, der Bauernmöbel mit einprägsamen eigenständigen Motiven bemalte

 
     
Sabot Gegossene Metallteile an Möbelfüßen (siehe: Bronzeschuhe)  

Satztische

ineinander verschiebbare Beistelltischchen

Schapp

siehe: Hamburger Schapp

 

Scharniere

für bewegliche Teile; Zapfenband, Fitschband, Klavierband

Schellack, Schellackpolitur

eine Ausscheidung indischer Feigenbäume nach Anstechen durch die Schildlaus; wird in Spiritus gelöst; langsame physikalische Trocknung.
Wurde zum Hochglanzpolitieren ab ca. 1800 verwendet

Scherenstuhl siehe: Faltstuhl

Schildpatt

Material für Einlegearbeiten; hergestellt aus dem Schildkrötenpanzer

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Schilfblatt Schilfblatt-Versprossung; Typisches Stilmerkmal des Biedermeiers an Sessel- und Sofarücklehen  

Schlagleiste

verdeckt den Spalt bei zweitürigen Möbeln

 

Schreibklappe

aufklappbare Schreibplatte bei Sekretären oder Schreibkommoden

Schreibkommode

kam im späten 18. Jh. auf. Die oberste Lade wird 2/3 herausgezogen, der Vorderteil heruntergeklappt.

 

Schreibsekretär

kastenförmiger Schreibschrank

Schreibtisch

Seine Entwicklung geht vom Kabinettschrank über das Bureau plat, den Tabernakelschrank, den Zylinderschreibschrank, den Sekretär usw.

Schubladenschrank

Kommode

Schwan

typisch für das 19. Jahrhundert

 

Schwarte

ca. ab 3 mm dickes gesägtes Furnier

Segmentgiebel

Giebel in Form eines Kreisausschnittes.

 
Sekretär wie Schreibsekretär: Schreibschrank

Servante

Regalgestell mit verspiegelter Rückwand,

Sessel und Stühle

Sitzen auf einem besonderen Stuhl, war ursprünglich ein Privileg der Anführer und der Fürsten. Die Untertanen standen oder saßen auf der bloßen Erde.

 

Sezession

lat. Trennung; Name von Künstlervereinigungen, die sich von der jeweils älteren trennten (z.B. "Wiener Sezession" ab 1897; = Jugendstil in österreich).

Shaker

ursprünglich eine religiöse Bewegung, die ab ca. 1750 für ihre Möbel, die geprägt waren von Einfachheit, Zweckmäßigkeit und Funktionalität, berühmt wurden.

 

Sheraton, Thomas

(1751-1806) Englischer Ebenist. Die Modelle in seinen verschiedenen Büchern betonen den Werkstoff Holz mit liebevoll gefügter Maserung

Sofa

das typische Biedermeiermöbel

 

Sphinx, Sphingen

Figur aus Löwenleib mit Menschen- oder Widderkopf.

     
Spiegel Die Geschichte des Spiegels ist alt: Schon gegen 8000 vor Chr. gab es in Mesopotamien polierte Bronzespiegel.
Um 300 nach Chr. wurden im römischen Imperium Spiegel verwendet, aus mit Metall hinterlegtem Glas.
Die ersten Glasspiegel wurden im 13. Jh in Murano (It) erfunden. Murano ist bis heute Zentrum der Glasmacherkunst. Zuerst, ab dem 16. Jh., entstanden Amalgamspiegel. In den USA wurde 1938 ein Spritzverfahren zur Spiegelbelegung entwickelt, was eine automatische Spiegelproduktion ermöglichte.
Derzeit gibt es: Kristallspiegel (aus silberbeschichtetem Spiegelglas); Antikspiegel (künstliche Alterung der Silberauflage); farbige Spiegel aus durchgefärbtem Glas; Spionspiegel (eine Seite durchsichtig belegt), sowie spezielle Sicherheitsspiegel.

Spiegelfurnier

zwei Furnierblätter liegen übereinander, eins wird aufgeklappt.

 

Spindler, Johann F.

einer der bedeutendsten deutschen Ebenisten, gest. nach 1793

Spiritus

darin werden Schellackflocken aufgelöst, was dann die Politur ergibt.

Tabernakelschrank,

(franz.: a-troi-corps); in der Barockzeit entwickelter dreigeschossiger Schreibschrank mit vielen kleinen und großen Laden und der typischen Mitteltüre im Oberteil.

Thonet, Michael

(1796 - 1871); bekam 1840 die ersten Patente für Möbel aus gebogenem Holz.

Toilettentisch

auch: Poudreuse, siehe: Friesiertisch

Truhe

seit der Antike bekannt; praktisch durch das große Fassungsvermögen; transportabel. ("Aber wehe man sucht etwas darin, dann liegt es sicherlich ganz unten und ist total zerknittert.")

Trumeau

damit wird von uns ein Halbschrank mit zwei Laden und zwei Türen benannt.

Tunner, Joseph Ernst (1792 - 1877); Historien- und Porträtmaler, Nazarener; Studierte an der Wiener Akademie; Anschluss an F. Overbeck und die Lukasbrüder; stellte seine Kunst ganz in den Dienst der katholischen Kirche, schuf mehrere Altarbilder für steirische Kirchen.  

Valta

Antiquitätentischlerei in der Steiermark, Österreich, seit 1950; Erzherzog Johann Medaille 2000, verliehen durch die WKO (Wirtschaftskammer Österreich)



Venezianergatter    
Vertiko Das Vertiko ist der eigenständigste Möbeltyp der Gründerzeit. Es besitzt zwei Türen, darüber eine Lade. Über der Platte thront ein variantenreicher Aufsatz.

Voltaire

Fauteuil, benannt nach dem Dichter; meist mit verstellbarer Lehne

Volute

spiralförmiges, wulstiges Ornament

 
Weichholzmöbel Weichholzmöbel sind, wie der Name sagt, aus weichen (=eher schnellwachsenden) Hölzern, wie Fichte, Kiefer, Tanne, Lärche, Zirbe (=Nadelhölzer) gefertigt.
Sie können, wie es früher üblich war, bemalt sein. Das war in damaliger Zeit eine billigere Variante zu furnierten Möbelstücken.
Schon seit längerem geht man aber so vor, dass die bei ehemaligen Küchenmöbel übliche Bemalung abgebeizt wird (gelaugt). Danach wird, was nötig ist verleimt, sodann fein geschliffen, abschließend wird Wachs aufgetragen und mit der Bürste poliert.
So sahen diese Stücke ursprünglich nie aus!
Die Lackierung war zum Schutz für das Holz seinerzeit notwendig.
Kunsthistoriker sprechen sich zwar für den Erhalt der originalen Oberfläche auch bei "Möbeln mit nußbaumimitierter Bemalung", etc. aus.
Man muss allerdings abwägen, inwieweit der Zustand in Bezug auf den Wert des Stückes den doch höheren "konservierenden Restaurierungsaufwand" lohnt.
Breiten Käuferschichten gefallen mittlerweile die gelaugten und gewachsten Möbel. Womit sich diese Art der Möbeloberfläche offensichtlich durchgesetzt hat.

Weizer Modellküche ca. 1950; Von der Landesregierung der Steiermark entwickelt worden. Die damaligen kleinen Wohnungen führten zu dieser multifunktionalen Lösung auf wenig Platz.
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Wellenschrank

ca. seit Ende des 17. Jahrhunderts.Ursprung ist Frankfurt/Main, Krönungsstadt der deutschen Kaiser.
Türen, Sockeloberteil (selten Seitenteile) sind mit konvexen und konkaven „Wellen“ versehen;
Unterteilung in Nasen- und Säulenschränke; schlichtere Exemplare aus Eiche, bessere Stücke in Nussbaum.
Wurden von der Zunft als Meisterstück bis ins 19. Jahrhundert verlangt.
(Schweiz: „Züricher Orgelkasten“ ist ähnlich).

Würfelmarketerie

aus drei verschiedenfarbigen Holzarten zusammengesetztes Furniermuster, das wie ein Würfel neben dem anderen wirkt

 

Wurzelmaser

Furnier vom unteren Teil des Baumstammes

Zahnschnittleiste

würfelförmig gesägte Zierleiste.

 

Zapfenband

verdecktes Türband, typisch bei Biedermeiermöbel

Zarge

waagrechte Verbindung von Sessel- und Tischbeinen

 

Ziehklinge

Werkzeug aus hartem Stahl, das mit beiden Händen geschoben oder gezogen wird; funktioniert wie ein sehr feiner Hobel.

Zopfstil

spöttische Bezeichnung des Louis-seize

 
Zunft Verband von Handwerkern; vom 12.Jh. bis etwa ins 19.Jh.; meist Zwangsmitgliedschaft; Zünfte dienten zur Wirtschafts- und Qualitätssicherung.  

Zylinderschreibtisch

Schreibmöbel, das mit einem Halb- oder Viertelzylinderdeckel die Schreibfläche schließt.

     

 


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